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Immer wieder werden von Reiterinnen und Reitern Fragen gestellt, die die Ausbildung ihrer Pferde betreffen. Oftmals haben sie auch Probleme mit ihren Pferden.
Die häufigsten Fragen sind hier nachfolgend aufgeführt. In den Antworten werden mögliche Ursachen beschrieben und Lösungen angeboten. Viele Probleme die Pferde bereiten haben oft keine krankhaften Ursachen, sondern entstehen lediglich durch körperliche Defizite der Pferde. Wenn Sie Fragen haben schreiben sie an: Ulrike Paulus
  1. Was kann ich tun, damit mein Pferd nicht so schwer auf der Hand liegt?
  2. Warum soll ich mein Pferd Vorwärts-Abwärts reiten?
  3. Ich reite viel am langen Zügel ins Gelände. Mein Pferd ist ganz lieb, aber in letzter Zeit stolpert es oft. Freunde haben mir geraten die Zügel kürzer zu nehmen.
  4. Wieso geht mein Pferd nicht am Zügel?
Frage: Was kann ich tun, damit mein Pferd nicht so schwer auf der Hand liegt?
Antwort: Pferde, die sich auf die Hand legen, laufen stark auf der Vorhand, das heißt sie kippen vorne über und suchen nun in der Reiterhand eine Stütze. Diese Pferde sind keineswegs 'stur im Maul', deshalb macht es auch keinen Sinn ein schärferes Gebiß zu benutzen. Vielmehr muß durch ein Körperaufbautraining die Haltung des Pferdes verbessert werden, damit es sich ausbalancieren kann und seine Wirbelsäule nicht unter dem Reitergewicht nachgibt. Dazu muß das Pferd lernen mehr in den oberen Gelenken der Hinterhand, den sogenannten Hanken zu arbeiten. Diese großen Gelenke können eher Gewicht aufnehmen als die kleinen. Pferde bei denen versucht wird sie über die Sprunggelenke zu versammeln, sie 'abzusenken', können schnell Verschleißerscheinungen bekommen. Pferde die in den Hanken beweglich sind und Gewicht aufnehmen können, sind in der Lage ihr Becken zu drehen und den Rücken von hinten aufzuwölben. Sie können sich aufrichten und den Kopf frei tragen und haben keinen Grund auf der Hand zu liegen.
Frage: Warum soll ich mein Pferd Vorwärts-Abwärts reiten?
Antwort: Wenn ein Pferd seinen Kopf und Hals Vorwärts-Abwärts streckt, zieht sein Nackenband an den Dornfortsätzen des Widerristes und des vorderen Rückens, sie werden auseinander gezogen. Auf diese Art und Weise wird verhindert, daß sich die Dornfortsätze annähern. Wenn sich die Dornfortsätze berühren ist dies für das Pferd sehr schmerzhaft und wird heute 'kissing spines' genannt. Die langen Dornfortsätze an den Wirbelenden der Pferdewirbelsäule können sich krankhaft berühren, wenn das Pferd im Kopf und Hals durch Zug am Zügel oder kurze Ausbinder eng gemacht wird. Sie können sich aber auch im Sattel- oder Lendenbereich berühren, wenn dort eine Belastung entsteht, der das Pferd nicht gewachsen ist und die Wirbelsäule nachgibt. Deshalb ist es so wichtig, daß das Pferd beim Vorwärts-Abwärts eine Dehnungshaltung einnimmt, die aktiv die Halsmuskulatur streckt und nicht einfach mit tiefer Kopfhaltung läuft. Weiterhin muß darauf geachtet werden, daß das Pferd nicht dem einseitigen Zug von vorne nachgibt und das Becken nach hinten heraus auf Schub stellt sondern daß es 'die Hinterhand mitnimmt', das heißt mit den Hinterbeinen aktiv abfußt und diese Energie von hinten in den Rücken fließen läßt. So wird das Rückenband vom Kopf bis zum Schweif gespannt, das Pferd 'geht über den Rücken' und die Energie der Hinterhand wird über den Rücken in die Reiterhand übertragen. Das Pferd 'streckt sich in die Hand'.
Frage: Ich reite viel am langen Zügel ins Gelände. Mein Pferd ist ganz lieb, aber in letzter Zeit stolpert es oft. Freunde haben mir geraten die Zügel kürzer zu nehmen.
Antwort: Am langen Zügel kann das Pferd, wie es die Natur vorgesehen hat, seinen Hals als Balancierstange einsetzen und es versucht das Reitergewicht auszugleichen. Wie wir Menschen, so sucht auch das Pferd von sich aus nach dem einfacheren Weg und fängt das Reitergewicht mit seinen zum Stützen vorgesehenen Vorderbeinen auf. Auf die Dauer können diese aber das Mehrgewicht des Reiters nicht ohne Schaden zu nehmen tragen. Das Pferd verstärkt nun seine Abwärtshaltung und kommt ins Stolpern oder es entwickelt einen Senkrücken. Wer nun einfach die Zügel kürzer nimmt läuft Gefahr, daß sich das Rückenband weiter verkürzt und sich die Dornfortsätze der Rückenwirbel annähern und schmerzhaft aneinander reiben ( sogenannte 'kissing spines'). Hier muß dem Pferd durch ein Körperaufbautraining der anstrengendere Weg gezeigt werden. Es muß zu erst lernen in einer aktiven Dehnungshaltung zu gehen und mit einer abfußenden Hinterhand das Becken zu stabilisieren und so einen Gegenzug auf das Rückenband auszuüben. Erst jetzt ist das Pferd in der Lage seinen Rücken anzuheben und das Reitergewicht vermehrt mit der Hinterhand zu tragen.
Frage: Wieso geht mein Pferd nicht am Zügel?
Antwort: Zunächst stellt sich die Frage, warum ein Pferd eigentlich am Zügel oder auch durchs Genick gehen soll? Es sei dann durchlässig und gehe über den Rücken, heißt es. Das trifft jedoch nicht zwangsläufig zu! Immer wieder sind Pferde, die 'am Zügel stehen' doch plötzlich nicht mehr zu halten. Wird der Sattel bei manchen, durchs Genick gehenden Pferden herunter genommen, wird offensichtlich, daß Tragemuskeln abgebaut sind und das Pferd einen Senkrücken entwickelt hat. Diese Verschlechterung kann vermieden werden, wenn nach dem Grundsatz 'Das Genick muß entstehen' trainiert wird und Balance sowie Tragkraft verbessert werden und so eine Schubübertragung aus der Hinterhand über den Rücken in den Hals und in das Genick entsteht. Ein so trainiertes Pferd wird beim Versammeln und Aufrichten immer in die Hand reinlaufen und sich bei verlängertem Zügel sofort vorwärts-abwärts in die Hand reinstrecken. Manipulationen mit der Hand, wie etwa Rollkuren, verstärken die Abwärtshaltung und führen dazu, daß das Pferd in schwierigen Situationen nicht mehr zu halten ist. Hier heißt die Lösung: Geht das Pferd nicht durchs Genick, darf es nicht vorne runtergezogen, sondern es muß im Widerrist angehoben werden. Dieses kann über das Longieren und Seitengänge an der Hand erreicht werden. Wenn die Energie des Hinterbeins das Vorderpferd anhebt, wird das Genick problemlos entstehen.
 
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