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Warmblut Wallach Val d' Isere

Trotz seines Alters hat sich Val'd Iseres Gesamtzzustand durch das Körpertraining deutlich verbessert. Er hat wieder Muskeln aufgebaut und braucht nicht mehr breitbeinig zu stehen.
Val d'Isere vor Beginn des Körpertrainings. Der Stoffwechsel war zusammengebrochen, das Pferd trotz guter Fütterung abgemagert. Die Balanceprobleme waren so groß, dass Valdi sich breitbeinig hinstellte.
 
Val´d Isere war als junges gekörtes Dressurtalent bei einem  ambitionierten Dressurreiter bis Klasse S ausgebildet worden. Doch unter der Belastung eines Volltrainings ging der inzwischen kastrierte Val´d Isere nicht mehr taktrein und fing immer wieder an zu lahmen.
Im Sommer 2008 war er 15 Jahre alt und wurde seit etwa 1,5 Jahren nicht mehr im Leistungssport eingesetzt weil er wohl „doch nicht geeignet für den hohen Sport“ sei. Am Widerrist war seine Muskulatur bereits deutlich zurückgebildete und wegen angelaufener Beine wurde er durchgehend bandagiert.
Seit seinem Besitzerwechsel geht Valdi, wie er nun gerufen wird, täglich bis zu 16 Stunden auf die Weide. Schon knapp vier Wochen nach dieser Umstellung liefen seine Beine nicht mehr an und er brauchte nicht mehr bandagiert zu werden. Seine neue Besitzerin ritt viel am langen Zügel ins Gelände und nahm regelmäßig Unterricht. Valdi wurde darüber hinaus von einer Bereiterin trainiert, die Freiheitsdressur mit der barocken Reitweise verband.
2010 begann Valdi mit wechselnden Symptomen zu lahmen. In einer Pferdeklinik wurden Beine, Schultern und Rücken untersucht und geröntgt, ohne Befund! Eine osteopathische Behandlung ließ das Tickern nur für kurze Zeit verschwinden auch hier gab es keinen genauen Befund. Ebenso änderte ein dreimonatiger Aufenthalt bei einer Physiotherapeutin an den Lahmheitssymptomen nichts. Wenig später war Valdi völlig abgemagert und sein Stoffwechsel trotz guter Unterbringung und Versorgung zusammengebrochen.
Im November 2010 lernte Val´d Iseres Besitzerin Ulrike Paulus kennen. Sie war sehr skeptisch und ohne viel Hoffnung. Zu oft hatten ihr Fachleute versichert, das bekäme man schon in den Griff. Es war für sie der letzte Versuch als sie sich entschied, ihr Pferd drei Mal wöchentlich von Ulrike Paulus trainieren zu lassen.
Die erste Begutachtung Val´d Iseres durch Ulrike Paulus ergab eine lange Liste deutlicher Spuren, die der Einsatz im Leistungssport am  Körper des Wallachs hinterlassen hatte. Unverkennbar war die starke Schiefe und Abwärtshaltung, durch die Valdi nun sein gesamtes Gewicht mit dem linken Vorderbein tragen musste. Dadurch hatte sich zunächst seine gesamte Muskulatur verspannt und danach aufgehört zu arbeiten; in Folge dessen war sie stark abgebaut. Die Wirbelsäule schwang bei jedem Schritt nach unten durch. Der Widerrist trat als knöchriger Höcker hervor. Valdi sackte schon im Schritt mit der Hinterhand immer wieder zusammen. Er konnte nur mit großer Mühe, völlig ausstrahlungslos und durchtrittig in den Fesselgelenken, galoppieren.
Auf Grund dieser schweren Schädigungen konnte das Training nur an der Hand begonnen werden. Über Wochen bestand es aus sehr geduldiger Schrittarbeit: Schritt – versammelter Schritt – Halten – Rückwärts – zwei bis drei Tritte Piaffe – und erneut Schritt. Erst später konnte über Schulterherein, vorwiegend auf der linken Seite, begonnen werden die Beckenschiefstellung zu korrigieren.
Als Valdi schließlich die Aktion vom Hinterbein über das Kreuzdarmbein wieder in den Rücken übertragen konnte, war er auch wieder in der Lage an der Longe zu traben und seinen Kopf und Hals frei zu tragen. Erst danach gelang es dem Wallach seit langer Zeit erstmals wieder links anzugaloppieren. Bisher hatte die Beckenschiefstellung verhindert, dass Valdi die linke Schulter hochnehmen konnte, um den Galopp möglich zu machen. Erst nach drei Monaten aufbauender Arbeit machte es Sinn das Training auch vom Sattel aus weiterzuführen.
Nach fast vier Monaten war Valdis Besitzerin kurz davor aufzugeben, doch dann begann der Wallach sichtbar Muskeln an den fehlenden Stellen aufzubauen und auch für sie erkennbar anders zu laufen. Nach insgesamt sieben Monaten befand sich Valdi körperlich und mental in einem wesentlich besseren Zustand. Er hatte wieder zugenommen, deutlich Tragkraft in der Hinterhand aufgebaut und begonnen in einer Selbsthaltung zu laufen.
Das achtzehnjährige Pferd hat noch nicht alle Probleme überwunden. Aufgrund seines Alters lassen sich vielleicht auch nicht alle Schädigungen vollständig beheben. Doch beim Reiten und an der Longe läuft er inzwischen nicht nur lahm frei, sondern  Valdi kann nun wieder in allen Gangarten auch in versammelten Lektionen unter dem Sattel gehen. Es muss nur stets darauf geachtet werden, dass er die oberen Gelenke in seine Bewegungen einbezieht.
Seine Besitzerin fand in Ulrike Paulus die erste Person, die ihr schlüssig erklären konnte, wo die Ursache für die Lahmheit des Wallachs liegen und deren Erklärungen sie in den Bewegungsabläufen ihres Pferdes nachvollziehen konnte.
Eine ausführlichere Schilderung dieses und weiterer Fälle finden Sie im Buch:"Vom Fluchttier zum Designerpferd", erschienen bei Müller-Rüschlikon.
 
 
 
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